Straßenfest mit Kreide auf dem Boden geschrieben

Nach dem heißen Sommer: Wie der Anger in Brunn am Gebirge zum Testfeld für Healthy Streets wird

Wenn im Sommer der Asphalt glüht, zeigt sich in Straßen wie der Leopold-Gattringer-Straße in Brunn am Gebirge rasch, was fehlt: Schatten, Abkühlung und Orte, an denen man sich im Alltag gerne aufhält. Genau hier setzt das Projekt „Lebendiger Anger Brunn“ an, das auf dem Healthy Streets-Ansatz von Lucy Saunders basiert. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Straßenräume so zu gestalten, dass sie der Gesundheit und dem Wohlbefinden dienen – weg von der reinen Durchzugsstraße, hin zu einer Umgebung, die Bewegung fördert, saubere Luft bietet und Platz für Begegnung schafft.

Hinter uns liegen bereits einige Aktivitäten. Nach einer Sozialraumanalyse haben wir beim Auftaktevent gezeigt, was möglich ist: Für einen Nachmittag wurde die viel befahrene Durchzugsstraße gesperrt und in eine lebendige Straßenfestszenerie verwandelt. Ein starkes Zeichen dafür, wie viel Leben in dieser Straße steckt! Danach ging es direkt in die Partizipations- und Ideenphase. In Schul-Workshops, Werkstattgesprächen und Ideenwerkstätten haben wir Gedanken, Wünsche und Vorschläge gesammelt – natürlich immer mit Blick darauf, was eine Straße wirklich „gesund“ macht.

Nun geht es wieder direkt auf die Straße. Dafür haben wir bereits gezielt einzelne Abschnitte der Leopold-Gattringer-Straße ausgewählt. In den kommenden Monaten starten genau dort unsere Ko-Kreationsformate vor Ort: Wir setzen uns mit Anrainer:innen, lokalen Betrieben und Vereinen zusammen, um die gesammelten Ideen weiterzuentwickeln. Dabei wollen wir miteinander ins Gespräch kommen, Bedenken ausräumen und allen Akteur:innen zeigen, wie eine lebendige Straße das gesamte Umfeld bereichern kann.

Über flexible Elemente wie mobile Begrünung, Schattenspender und unterschiedliche Sitzgelegenheiten wird die Umgestaltung sofort greifbar. Dieser praktische Testlauf zeigt unkompliziert, wie temporäre Maßnahmen im Straßenraum wirken und wie eine Transformation selbst auf einer Landesstraße gelingen können.

Fotocredit: Caritas Stadtteilarbeit