Fußball Tor

Viertel-Fußball (Kopie 1)

Wenn neue Quartiere errichtet werden, ziehen oft Jungfamilien ein, die sich über Rutsche und Schaukel freuen. Dass all die Kleinen gar nicht so viel später Teenies werden, die ihren Radius vergrößern und manchmal wild und frech sein müssen, ist für Planung, Eltern und Nachbar:innen Freude und Herausforderung zugleich. Aber wo gibt es Platz zum Fußballspielen, zum Laut Sein, zum ungestörten Abhängen oder gar für eine Party? 

Im neuen „ein viertel grün“ in Wiener Neustadt gibt es tatsächlich schon viel Grün: Wiesen und Hecken, Stauden und Bäume – allerdings ist alles noch recht frisch.  Die Bäume, zwar groß gesetzt, aber trotzdem noch klein. Wenn alle Häuser von den Bauträgern „EGW“, „Heimat Österreich“ und „Alpenland“ fertiggestellt und besiedelt sind, dann werden die Baucontainer weiteren Grünflächen weichen. Auf dieser Parkfläche, die sich in Zukunft weit quer durch das Viertel zieht, wird es Hängematten, Hügel und einen Jugendspielplatz geben. Dann gehen die von den Bauträgern errichteten Grünflächen auch in den Besitz der Stadt Wiener Neustadt über.  

Das Fußballspielen am Spielplatz in einem Hof wurde im ersten gemeinsamen Sommer in „ein viertel grün“ von Erwachsenen bisweilen kontrovers diskutiert: „Wo sollen sie denn sonst spielen?“, „Um 20:00 Uhr hat es ruhig zu sein!“, „Wieso kümmern sich die Eltern nicht um die Kinder?“, „Wir haben auch überall Fußball gespielt.“ … . Wir finden: Das hat eine Lösung verdient. In Absprache mit dem Stadtgartenamt Wiener Neustadt haben wir als Besiedelungsbegleitung einen Versuch gestartet: Eine geeignete Wiese neben dem Kindergarten im Quartier wurde gefunden, gemäht, kleine Tore aufgestellt.  

Eine Lösung auf Zeit – aber ausprobieren fühlt sich gut an, zeigt Zwischenergebnisse, über die diskutiert wird, und die weitergeführt oder verbessert werden können. Es muss nicht immer alles gleich ums Eck sein, denn größere Kinder können durchaus auch um zwei Ecken gehen. Aber wir finden, dass jeder Fußball sich ein Viertel verdient hat und jeder Mensch ganz viel Grün. 

Fotocredit:  Leonhard Schilling Caritas Stadtteilarbeit